Baddeckenstedt. Dichter Rauch im Ortskern, Hilfeschreie aus einem Gebäude, Dunkelheit und ansonsten zunächst gespenstische Ruhe - bis zum Anlauf der Sirenen in einigen Ortschaften der Samtgemeinde. Der Leitstellendisponent alarmierte aufgrund des eingegangenen Notrufes mit dem Einsatzstichwort "Brand 2, unklare Rauchentwicklung".
Dieses Szenario war der Auftakt einer Alarmübung in der Samtgemeinde Baddeckenstedt am 28. Oktober um 18:29 Uhr in der Ortschaft Sehlde. Darüber berichtet das Presseteam der Feuerwehren der Samtgemeinde Baddeckenstedt.
Neue Alarm- und Ausrückeordnung
Erstmalig wurde nach neuer Alarm- und Ausrückordnung damit der sogenannte Löschverbund Süd – bestehend aus Gustedt, Heere, Haverlah, Steinlah und Sehlde - alarmiert. Zunächst unklar, was da auf die Teilnehmer zukommt, und für viele überraschend war diese unangekündigte Alarmübung in der Hubertusstraße in Sehlde.
Schnell hatte der Einsatzleiter auf Anfahrt und nach der ersten Lageerkundung erkannt, dass hier auch Sondereinheiten gefordert werden. Er ließ sofort die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) mit dem Presseteam sowie die Drohneneinheit als drittes Auge aus der Luft nachalarmieren.
Die erste Chaosphase
Zunächst musste die erste (und übliche) Chaosphase bewältigt und nachrückende Kräfte eingewiesen werden. Sofortige Menschenrettung unter schwerem Atemschutz als Vorrang vor allem, dann weiter mit der sogenannten „Ordnung des Raumes“. In einer schnellen Kurzabstimmung wurde am Einsatzleitwagen den Abschnittsleitern ihre Aufgaben zugewiesen: AB1: Menschenrettung und Löscheinsatz, Patientenübergabe, AB2: Atemschutzsammelstelle mit Hygienestation und AB3: Löschwasserversorgung, unter anderem aus der Zisterne im Ortskern.
Schon in kurzer Zeit konnte Struktur hergestellt werden und der Puls sank. Schweißtreibend und fordernd gestaltete sich die Menschenrettung: Insgesamt sieben eingesetzte Atemschutztrupps retteten vier, teils schwer verletzte Personen, unter Nullsicht über steile Treppen aus dem verwinkelten Gebäude und übergaben sie über die Patientenübergabe an den Rettungsdienst.
Alles griff ineinander: Die ÖEL organisierte im Hintergrund, funkte und kommunizierte. Die Drohne sorgte für die Übersicht, das Presseteam informierte die Bürgerinnen und Bürger. Somit konnten sich der Einsatzleiter mit seinen Abschnittsleitern vollumfänglich auf ihre Aufgaben konzentrieren. Nach gut einer Stunde waren alle Personen gerettet, konnte "Feuer aus" gemeldet und das Gebäude belüftet werden.
Das Fazit
Nach dem Rückbau der Einsatzstelle lud die ausrichtende Feuerwehr Sehlde noch zu einer warmen Mahlzeit sowie Kaltgetränken ein. "Ein klasse Training für alle Bereiche in unseren Feuerwehren! Erkannte Optimierungen im Einsatzablauf sind gefunden und werden bearbeitet", so das Fazit der Feuerwehr.




