Wolfenbüttel. Die Landkreise Helmstedt und Peine haben sie schon, in der Stadt Braunschweig wurde sie diese Woche im Rat abgelehnt: Und ebenfalls diese Woche stand sie auch im Kreistag Wolfenbüttel auf der Tagesordnung: eine Allgemeinverfügung, mit der ein Nachtfahrverbot für Mähroboter erlassen wird. Das soll dem Schutz des Igels dienen, der diesen Rasenmähautomaten regelmäßig zum Opfer fällt.
"Igel gehören zu unserer heimischen Tierwelt und stehen inzwischen auf der Vorwarnliste der Roten Liste", erklärte Bertold Brücher, Fraktionsvorsitzender der Grünen, die den entsprechenden Antrag in den Kreistag eingebracht hatten. Das Nachtfahrverbot für Mähroboter soll von Sonnenunter- bis -aufgang gelten und verhindern, dass diese Rasenmäher Igel tödlich verletzen. "Da Igel nachtaktiv sind und sich bei Gefahr einrollen statt zu fliehen, können die Geräte schwere Verletzungen verursachen. Technische Lösungen bieten bislang keinen verlässlichen Schutz", heißt es zur Begründung des Antrags.
Ähnlicher Antrag fällt fast zeitgleich in Braunschweig durch
Zeitnah zur Kreistagssitzung in Wolfenbüttel lief diese Woche auch die Debatte dazu im Rat der Stadt Braunschweig. Dort wurde ein ähnlicher Antrag abgelehnt mit den Kritikpunkten: Zunächst müsse die Verwaltung die Rechtmäßigkeit einer solchen Allgemeinverfügung prüfen, zudem lasse sich das Verbot schlecht kontrollieren, es drohe ein Verwaltungschaos. Auch in der Stadt Salzgitter scheiterte ein solcher Antrag unlängst.
Nachtfahrverbot für Mähroboter in Wolfenbüttel in den Startlöchern
Für den Landkreis Wolfenbüttel wurde ein solches Verbot jetzt aber im Kreistag auf den Weg gebracht – genau wie zuvor schon in den Landkreisen Helmstedt und Peine. Der Antrag der Grünen wurde angenommen. Bis das Verbot in Kraft tritt, wird es aber noch eine Weile dauern: Zur weiteren Beratung geht es jetzt für den angenommenen Antrag in den Umweltausschuss.

