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Fahrraddemo: 14 Initiativen wollen die A2 und die A39 lahmlegen



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Fahrraddemo: 14 Initiativen wollen die A2 und die A39 lahmlegen

Bislang gebe es noch keine Genehmigung für die Fahrraddemo über die Autobahn seitens der Versammlungsbehörden. Diese wolle man aber einklagen, falls dies nötig werde.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Pixabay

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Braunschweig / Wolfsburg. Für den 5. Juni laden Klimaschutz- und Verkehrsinitiativen zu einer Fahrraddemo über die Autobahnen A2 und A39 von Braunschweig bis Wolfsburg ein. Beginn ist um 9:30 Uhr am Braunschweiger Schlossplatz. Für Interessierte, die nicht so weit radeln können, würden Busse zur Verfügung gestellt. Die teilnehmenden Initiativen wollen auf diese Weise für eine Verkehrswende und gegen den Ausbau des Autobahnnetzes demonstrieren, wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der BI Baumschutz aus Braunschweig und 13 weiteren Verbänden hervorgeht. Eine Genehmigung der Aktion liege noch nicht vor, diese wolle man sich aber, falls nötig, einklagen.



Die Verkehrswende sei überfällig, so Pauline Hömmen von Fridays for Future: „Hunderttausende Bäume und ganze Ökosysteme werden jährlich für Autobahnbau geopfert, für die A39 von Wolfsburg bis Lüneburg, für die parallele A14, für die A49 im Danni und so weiter. Und zum Beispiel auch im Kreuz Süd in Braunschweig. Ganze 850 Kilometer Autobahnneubau stehen im Bundesverkehrswegeplan, während Bahnstrecken immer noch stillgelegt statt ausgebaut werden. Mit Vollgas in die Klimakatastrophe – das muss ein Ende haben!“
Harald Walsberg vom VCD Niedersachsen ergänzt: „Die sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft und des Verkehrs kann nur gelingen, wenn endlich umgesteuert wird von der selbstzerstörerischen Verschwendungs- in eine überlebenssichernde Nachhaltigkeitsgesellschaft. Das bedeutet eine neue Genügsamkeit im Güteraustausch und Personenverkehrsaufkommen und die Verlagerung des Restverkehres weitestgehend auf die Schiene. Diese Kombination kann die drei Nachhaltigkeits-Kriterien Suffizienz, Konsistenz und Effizienz erfüllen. Der Erfolgsweg lautet somit: ein dichtes neues Schienennetz statt Autobahnen schaffen, erstklassigen Kundenservice aufbauen, einen Teil der Autofabrikation auf Schienenfahrzeugfabrikation und Gleisbau umstellen. Langfristig sichere Arbeitsplätze sind damit ganz nebenbei geschaffen.“

Kundgebung am Ort eines geplanten Gewerbegebietes



Um 12:25 sei eine Kundgebung an der Abfahrt Scheppau geplant. Dazu Jurij Koschmann von der BI Gegenwind Scheppau: „Mitten zwischen Naturschutzgebieten, fernab von jedem Radschnellweg, öffentlichen Verkehrsmitteln und Bahnhöfen planen CDU, SPD & Co. aus Braunschweig, Wolfsburg, Wolfenbüttel und Helmstedt ein riesiges neues Großgewerbegebiet 186 Hektar Wald, Grün- und Ackerland zu versiegeln - während andernorts viele Industrieflächen brach liegen. Artensterben made in Germany!“

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Birgit Huvendieck von der BI Baumschutz pflichtet bei: „Die Auswirkungen auf die Klimakatastrophe wären unverhältnismäßig hoch. Das würde durch einen Ausbau der A39 exponentiell verstärkt. Neue Straßen und Gewerbegebiete auf der grünen Wiese ziehen neuen Verkehr an und erzeugen damit noch mehr Unfälle, Verletzte und Tote. Davon haben wir in unserer Autoregion schon viel zu viele!“



Abschlusskundgebung in Jembke


Um 15 Uhr, nach 37 Kilometern langsamer Fahrt mit drei Pausen wollen sich die Klimaschützer:innen in Wolfsburg an der Citygalerie mit einer Fahrraddemonstration des BUND gegen den geplanten Ausbau der A39 vereinigen. Gemeinsam soll es weiter gehen über die A39 bis zur Abschlusskundgebung in Jembke, wo sich die Bewohner gegen eine geplante große Tank- und Rastanlage wehren.

Zu viele Opfer für den Autoverkehr


Dr. Britta Hirschberger von Extinction Rebellion erklärt: „Die Aktionen sind Teil eines bundesweiten Aktionswochenendes gegen Autobahnbau. Warum? 1053 Verletzte und acht bis neun Tote pro Tag allein in Deutschland. Dazu die 13.000 jährlich, die an Luftverschmutzung sterben. Plus die, die unter dem Lärm leiden und die, die deswegen früher sterben. Die, die nicht mehr draußen spielen oder sich erholen können, weil fast alle Flächen von parkenden und fahrenden Autos blockiert sind. Rohstoffverbrauch mit Vernichtung ganzer Regionen für Öl-, Gas-, Lithium- und anderen Metallabbau, inklusive Vertreibung bis hin zu zahlreichen Morden. Riesige Flächen versiegelt, Wälder gerodet, Täler zerschnitten, Dörfer getrennt, Tiere totgefahren und lebensfeindlich asphaltierte Städte. Zu 25 Prozent Ursache der Klimakatastrophe, die unser Aussterben binnen zirka vier Generationen bedeutet, wenn wir nicht noch die Kurve kriegen. Was braucht es noch an Argumenten für eine Verkehrswende?“

Bisher noch keine Genehmigung für die Demo


Zu der "bisherigen Verweigerungshaltung der Versammlungsbehörde", wie die Ausrichter es nennen, verdeutlicht Klimaschützer Edmund Schultz, der die Demo angezeigt hat: „Mit unserer Aktion unterstützen wir, genauso wie das Bundesverfassungsgericht, die Bundesrepublik Deutschland darin, ihrer mit dem Pariser Klimaabkommen eingegangenen Verpflichtung nachzukommen. Insofern ist unsere Aktion gesetzeskonform, gemeinnützig, förderungswürdig und verhältnismäßig. Wir werden die Demonstration auf den Autobahnen durchsetzen und uns nötigenfalls durch alle Instanzen klagen. Was seit dem Widerstand gegen den Bau der A49 im "Danni" an vielen Orten in Deutschland möglich war, gilt auch für unsere Region und auch für die A2. Es ist höchste Zeit! Jeder Tag, den die Verkehrswende dadurch früher kommt, rettet Menschenleben!“

Das sind die beteiligten Gruppen:
- BI Baumschutz
- BI Gegenwind Scheppau
- BUND (BS, WF, GF, UE, WOB, HE)
- Extinction Rebellion
- Fridays for Future (BS, HE und WOB)
- greenpeace
- Klimakollektiv Lüneburg
- Regionale Energie- und KlimaschutzAgentur e. V. (reka)
- Sambattac
- Seebrücke
- Umweltstammtisch
- VCD (BS und Nds.)
- Waldgarten am Exer


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