Waldbrand: Feuerwehr übte die koordinierte Brandbekämpfung

Die Koordination von Einsatzkräften am Boden und in der Luft stand im Fokus. Auch die Landesforsten waren beteiligt.

Das Feuer wurde nicht nur simuliert.
Das Feuer wurde nicht nur simuliert. | Foto: Bjarne Wegmeyer / Kreisfeuerwehr Gifhorn

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Hankensbüttel. Eine unklare Rauchentwicklung aus einem Waldstück bei Sprakensehl in der Samtgemeinde Hankensbüttel bildete am gestrigen Montagabend gegen 19 Uhr die Ausgangslage für eine realitätsnahe Waldbrandübung der Feuerwehr Sprakensehl mit der Ortsgruppe Behren, der Feuerwehr Bokel sowie der Feuerwehr Eschede aus dem Landkreis Celle. Darüber berichtet die Kreisfeuerwehr Gifhorn in einer Pressemitteilung.



Für das Übungsszenario hatten Förster der Niedersächsischen Landesforsten an insgesamt drei Stellen im Wald kontrollierte Bodenfeuer entzündet. Die dadurch entstehende Rauchentwicklung wurde vom ebenfalls an der Übung beteiligten Feuerwehrflugdienst aus Lüneburg erkannt. Nach der Erkundung aus der Luft führte dessen Besatzung die zunächst am Feuerwehrgerätehaus in Sprakensehl bereitstehenden Einsatzkräfte gezielt zu den Brandstellen und ermöglichte so eine schnelle und koordinierte Brandbekämpfung.

Koordination zwischen Boden und Luft


„Die Zusammenarbeit und Koordination zwischen den Einsatzkräften am Boden und dem Feuerwehrflugdienst in der Luft zu erproben, war das Hauptziel unserer Übung“, erläutert Gruppenführer Marc Karstens von der Feuerwehr Sprakensehl. Gemeinsam mit Frederic Schirmer von den Niedersächsischen Landesforsten hatte er das Übungsszenario vorbereitet.

Übung im Wald bei Sprakensehl.
Übung im Wald bei Sprakensehl. Foto: Bjarne Wegmeyer / Kreisfeuerwehr Gifhorn


Nach der Heranführung an die Brandstellen galt es für die Einsatzkräfte, die Feuer zügig und koordiniert abzulöschen. Hierbei wurde gleichzeitig die nachbarschaftliche Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Eschede weiter vertieft. Bereits zum zweiten Mal führte die Feuerwehr Sprakensehl eine gemeinsame Übung mit den Kameradinnen und Kameraden aus dem benachbarten Landkreis Celle durch.

Waldbrandzentrale an Übung beteiligt


Neben dem Feuerwehrflugdienst war auch die in Lüneburg ansässige Waldbrandzentrale an der Übung beteiligt. Diese wird im Auftrag des Landes Niedersachsen von den Niedersächsischen Landesforsten betrieben. Ab Waldbrandgefahrenstufe 3 ist die Zentrale mit speziell geschulten Forstwirten besetzt. Mithilfe eines automatisierten Waldbrand-Früherkennungssystems überwachen optische Sensoren rund 440.000 Hektar Waldfläche im nordöstlichen Niedersachsen und können dabei bereits auf Entfernungen von bis zu 20 Kilometern Rauchentwicklungen von Entstehungsbränden erkennen.

Mehrere Wehren nahmen an der Übung teil.
Mehrere Wehren nahmen an der Übung teil. Foto: Bjarne Wegmeyer / Kreisfeuerwehr Gifhorn


Die genaue Lokalisierung der Brandherde erfolgt dabei im Anschluss häufig – so auch im Rahmen der Übung – in Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrflugdienst. Dieser ist in Lüneburg und Hildesheim stationiert und unterstützt mit seinen zwei Flugzeugen und speziell geschulten, ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen die Einsatzleitung als „Auge aus der Luft“ bei der Lageerkundung und Koordination der Einsatzkräfte. Ergänzend fliegen speziell geschulte Mitarbeitende aus dem Forstbereich in den Maschinen des Feuerwehrflugdienstes mit.

Waldbrandbeauftragte im Einsatz


Auch am Boden unterstützen Vertreter der Niedersächsischen Landesforsten die Feuerwehren bei Waldbrandeinsätzen als Waldbrandbeauftragte. Sie stehen den Einsatzleitungen als Fachberater mit ihrer forstlichen Expertise zur Seite. Dieses Zusammenspiel wurde ebenfalls im Rahmen der Übung erprobt. Daher nahmen mehrere Waldbrandbeauftragte unter Leitung des Kreiswaldbrandbeauftragten Ingo Delion an der Übung teil. Auch eine Vertreterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn sowie Gemeindebrandmeister Thorsten Gaas verschafften sich vor Ort einen Eindruck vom Zusammenwirken der verschiedenen Akteure bei Waldbrandeinsätzen.

Insgesamt waren rund 50 Feuerwehrkräfte aus den Landkreisen Gifhorn und Celle unter der Leitung von Sprakensehls Ortsbrandmeister Mathis Niebuhr an der Übung beteiligt. Niebuhr koordinierte die Kräfte mit Unterstützung von Mitgliedern der Feuerwehr Hankensbüttel aus dem dort stationierten Einsatzleitwagen der Gemeindefeuerwehr.

Abschließende Lagebesprechung


In einer abschließenden Lagebesprechung werteten die Übungsleitung, die beteiligten Führungskräfte der Feuerwehren sowie die Vertreter der Niedersächsischen Landesforsten die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam aus. "Die Übung verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure für die frühzeitige Erkennung, Lokalisierung und Bekämpfung von Waldbränden. Gemeinsames Training bildet dabei eine wichtige Grundlage für eine effektive Bewältigung und Eindämmung von Waldbränden im Ernstfall", so das Fazit.