Planungsstopp für den neuen Bahnhalt Thiede - So reagiert der Rat

Der derzeit in Betrieb befindliche Bahnhaltepunkt in Thiede biete Reisenden und Pendlern kein adäquates Angebot. Doch ob und wann die Alternative umgesetzt wird, ist fraglich.

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Symbolbild | Foto: Marvin König

Salzgitter. Eigentlich sollte der neue Bahnhalt in Thiede in diesem Jahr fertig werden. Dass daraus nichts wird, ist schon länger bekannt. Doch inzwischen hat die Bahn – konkret die DB infraGO – einen Planungsstopp verhängt. Ob und wann es weitergeht, ist komplett unklar. Stadtverwaltung und Rat Salzgitter wollen sich damit nicht abfinden. In der Ratssitzung am gestrigen Mittwoch wurde ein entsprechender Beschluss gefasst.



Im Rahmen der Stationsoffensive der Deutschen Bahn sollte die Bahnstation Salzgitter-Thiede ursprünglich bis 2026 einen Ersatzneubau an der Wolfenbütteler Straße (L615) erhalten. Der derzeit in Betrieb befindliche Bahnhaltepunkt in Thiede biete Reisenden und Pendlern kein adäquates Angebot. Darüber war man sich einig. Der Bahnhofstunnel stelle einen Angstraum dar, die Barrierefreiheit sei nicht gegeben, eine Anbindung an den Linienbusverkehr fehle ebenso wie geeignete Auto- und Fahrradstellplätze.

Das war geplant


Es wurde eine Variante beschlossen, die für das Umfeld die Einrichtung einer Park&Ride- sowie einer Bike&Ride-Anlage östlich der Bahntrasse vorsieht. Geplant waren zudem eine Geschwindigkeitsdämpfung des ortseinwärts fließenden Verkehrs auf der L615 durch Anlage eines Kreisverkehrsplatzes, die Einrichtung einer Bushaltestelle westlich der Bahntrasse, die Anlage eines Verbindungsweges (gemeinsamer Geh- und Radweg) zwischen der Wolfenbütteler Straße und dem Neubaugebiet “Am Bahnhof West”, die Verlegung der Zufahrt zur ASG-Pumpstation an der Wolfenbütteler Straße sowie die Freihaltung des Schutzstreifens um die Trinkwasserleitung der Harzwasserwerke.

Im Jahr 2024 wurde auf Antrag der DB durch das Eisenbahn-Bundesamt das Planfeststellungsverfahren für den Stationsneubau eingeleitet. Doch dann wendete sich das Blatt. Auf Antrag der DB wurde das Verfahren zwecks Umplanung im gleichen Jahr eingestellt. Ziel der Umplanung waren Änderungen an der Bauweise des Haltepunktes zur Reduzierung der inzwischen deutlich gestiegenen Baukosten. In diesem Zusammenhang wurde seitens der DB die Realisierung des Ersatzneubaus nicht vor 2030 in Aussicht gestellt.

Bau- und Betriebskosten stark gestiegen


Ende 2025 teilte die DB dem Regionalverband dann mit, dass aufgrund einer erneuten Kosten-Nutzen-Bewertung vor dem Hintergrund gestiegener Bau- und Betriebskosten ein Planungsstopp für den Neubau des Haltepunktes verhängt wurde, bis die Finanzierung der Mehrkosten geklärt sei.

Der Rat der Stadt Salzgitter hat nun am gestrigen Mittwoch mehrheitlich beschlossen, die Vorplanung für das Umfeld des geplanten Bahnhaltepunktes Salzgitter-Thiede im Rahmen der Entwurfsplanung weiter zu verfolgen. Die Verwaltung wird hierfür ermächtigt, Angebote für die notwendigen Folgegutachten einzuholen, dafür weitere Förderanträge beim Regionalverband Großraum Braunschweig zu stellen und die Aufträge vorbehaltlich der Förderzusage durch den Regionalverband Großraum Braunschweig zu vergeben.

Erforderlichen Schritte einleiten


Zugleich erwarte der Rat der Stadt, dass der Regionalverband den Neubau in der neuen Lage zügig vorantreibe und umgehend die hierfür erforderlichen Schritte einleite. Die Verwaltung werde beauftragt, noch vor der Verbandsversammlung Anfang Juni das Gespräch mit dem Regionalverband zu suchen und auf eine beschleunigte Umsetzung zu drängen. Auch auf die Fraktionen in der Verbandsversammlung soll hingewirkt werden, im Sinne Salzgitters zu entscheiden.

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