Ehemaliger Fußball-Star sprach vor Schülern über seine Alkoholsucht

Fast 400 Bundesligaspiele und einige Länderspiele für Deutschland hat Uli Borowka gemeistert. Mit Werder Bremen gewann er einige Titel. Doch über die Schattenseite seiner Karriere sprach der 64-Jährige jetzt in Salzgitter.

Dennis Neutsch (Schulsozialarbeit), Thomas Rößner (Präventionsrat), Kimia Talepur (AWO-Salto Suchthilfe), Esther Lischewski (Schulleitung Kranich-Gymnasium), Uli Borowka, Dinc Dincer (Bürgerservice für Migranten) (v. li.).
Dennis Neutsch (Schulsozialarbeit), Thomas Rößner (Präventionsrat), Kimia Talepur (AWO-Salto Suchthilfe), Esther Lischewski (Schulleitung Kranich-Gymnasium), Uli Borowka, Dinc Dincer (Bürgerservice für Migranten) (v. li.). | Foto: AWO-Bezirksverband Braunschweig e. V.

Salzgitter. Suchtprävention kann fesseln – so sehr wie ein entscheidendes Fußballspiel. Das erlebten Mitte Mai rund 350 Schüler der 9. und 10. Klassen der Gottfried-Linke-Realschule und des Kranich-Gymnasiums in Salzgitter. Darüber berichtet der AWO-Bezirksverband Braunschweig in einer Pressemitteilung.



Der ehemalige Bundesligaprofi und Nationalspieler Uli Borowka, einst als „die Axt“ gefürchtet, sprach offen über seine Karriere, seine Alkoholabhängigkeit und den langen, schmerzhaften Weg zurück ins Leben. Ohne Pathos, aber mit schonungsloser Klarheit schilderte er die zerstörerische Dynamik seiner Sucht, die emotionale Isolation und die Folgen für sein Umfeld. Auszüge aus seinem Buch „Volle Pulle: Mein Doppelleben als Fußballprofi“ vertieften seine eindringliche Botschaft.

Echte Einblicke, starke Reaktionen


Die Jugendlichen hörten gebannt zu und nutzten die Gelegenheit für intensive Gespräche. Neben Fragen zu legendären Bundesliga-Duellen – etwa „Wer war Ihr härtester Gegner“ – interessierten sie sich besonders für Eskalationsmomente, sein Trinkverhalten und seine Rolle als Vater.

Borowka machte deutlich, wie radikal Sucht die Wahrnehmung verengt: „Als Suchtkranker siehst du gar nichts“, sagte er. Sport, Familie, Verantwortung – alles sei ihm entglitten. Umso eindringlicher appellierte er an die Schüler, eigene Konsummuster kritisch zu reflektieren und gesunde Strategien für Stress und Belastung zu entwickeln.

Große Resonanz – und ein Selfie-Slot


Nach beiden Veranstaltungen bildeten sich lange Schlangen für Selfies und Autogramme. Lehrkräfte wie Jugendliche zeigten sich beeindruckt und äußerten den Wunsch nach einer Wiederholung der Veranstaltung für zukünftige Jahrgänge der 9. und 10. Klassen.

Starke Partner für starke Prävention


Die Veranstaltung zeigt, wie wirkungsvoll Suchtprävention ist, wenn sie authentisch, nahbar und lebensweltorientiert gestaltet wird, so die AWO. Ein besonderer Dank gelte Uli Borowka, der Gottfried-Linke-Realschule, dem Kranich-Gymnasium, dem Bürgerservice für Migrantion der Stadt Salzgitter, der AWO-Salto Suchthilfe, dem Präventionsrat Salzgitter sowie SuPer-Salzgitter e.V.. Ermöglicht wurde die Umsetzung durch die finanzielle Unterstützung der BKK Salzgitter und BKK Public. Für Suchtberatung ist die AWO-Salto Suchthilfe unter 05341-1885975 und salto@awo-bs.de erreichbar.

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