Wolfenbüttel. Wie könnten bestehende Grünflächen in Wolfenbüttel künftig stärker als Aufenthalts- und Erholungsräume genutzt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Freiraumentwicklungskonzept (FREK) der Stadt Wolfenbüttel. Auch die Parkanlage am Harztorwall, der ehemalige Turnierplatz, wurde von den beauftragten Experten näher betrachtet.
Das Freiraumentwicklungskonzept umfasst insgesamt 26 Steckbriefe mit Ideen und möglichen Ansätzen zur Weiterentwicklung der Grün- und Freiflächen im Stadtgebiet. Einige dieser Vorschläge haben wir bereits vorgestellt – darunter die mögliche Umgestaltung des Rosenwalls, die Entwicklungsperspektiven für die Fläche hinter dem Wettbüro am Bahnhof sowie die Ideen für den Bereich rund um Jugendgästehaus. Ein weiterer Blick richtet sich auf die Parkanlage am Harztorwall. Auch für diesen Bereich zeigen die Experten Möglichkeiten auf, wie die Fläche künftig stärker genutzt und aufgewertet werden könnte.
Nur eine Orientierungshilfe
Ob aus den Ideen tatsächlich konkrete Projekte entstehen, ist derzeit offen. Wie bei den anderen Vorschlägen aus dem FREK dienen die Überlegungen nur als Grundlage für künftige Diskussionen. Die Ideen aus dem Konzept verstehen sich also lediglich als Orientierung und keineswegs als festgelegtes Maßnahmenprogramm. Sie sollen künftig herangezogen werden, wenn in den jeweiligen Bereichen konkrete Planungen anstehen. Am Ende entscheidet die Politik darüber, ob, wann und wie einzelne Vorschläge umgesetzt werden.
Ein neuer Ort für Veranstaltungen?
Die Experten sehen in der Fläche Potenzial, den Bereich stärker in das städtische Leben einzubinden. Eine zentrale Idee ist, die vorhandene Grünfläche künftig besser für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Dafür könnte eine kleine fest installierte Bühne entstehen. Bei größeren Veranstaltungen wäre eine Erweiterung mit einer zusätzlichen temporären Bühne möglich. Dadurch könnten neue Veranstaltungsformate entstehen und gleichzeitig bestehende Veranstaltungsorte entlastet werden.
Insbesondere der Seeligerpark könnte davon profitieren. Dort finden bislang unter anderem Veranstaltungen wie das Summertime Festival oder das Altstadtfest statt. Durch einen zusätzlichen Veranstaltungsort könnte die Belastung für die denkmalgeschützte Anlage reduziert werden. Auch eine Nutzung durch das Theater, beispielsweise im Rahmen des Kultursommers, wäre laut Konzept denkbar.
Der ehemalige Stadtgraben als Gestaltungsidee
Auch die Gestaltung des Bereichs könnte sich nach den Vorstellungen der Experten verändern. Der historische Verlauf des ehemaligen Stadtgrabens könnte künftig wieder stärker sichtbar gemacht werden. Vorgeschlagen wird, den Verlauf durch eine Platzfläche und eine gefasste Wiesenfläche nachzuzeichnen. Ein Wasserelement – etwa ein Brunnen oder ein Fontänenfeld – könnte zusätzlich an die Geschichte des Ortes anknüpfen und einen neuen Anziehungspunkt schaffen.
Sitzmöglichkeiten rund um eine zentrale Rasenfläche sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen. Der vorhandene Baumbestand spielt dabei eine wichtige Rolle und soll erhalten bleiben.
Spielplatz unter den Bäumen geplant
Auch für Familien könnte die Parkanlage attraktiver werden. Das Konzept schlägt einen beschatteten Spielplatz unter den vorhandenen Bäumen vor. Damit könnte der Bereich insbesondere für die Südstadt zusätzliche Bedeutung als Treffpunkt und Erholungsort bekommen.
Das bestehende Wegenetz müsste nach Einschätzung der Experten nur angepasst und an einigen Stellen ergänzt werden. Größere Eingriffe in den Charakter der Anlage sind demnach nicht vorgesehen.
Kosten von rund 1,5 Millionen Euro geschätzt
Für die vorgeschlagenen Maßnahmen nennt das Freiraumentwicklungskonzept eine grobe Kostenschätzung von rund 1,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind unter anderem der Spielplatz, ein Wasserelement, die Veranstaltungsinfrastruktur sowie eine fest installierte kleine Bühne.
Als mögliche Fördermöglichkeiten nennt das Konzept unter anderem Mittel aus der Städtebauförderung und dem städtebaulichen Klimaschutz.

