Wolfenbüttel. Im Rahmen des Veranstaltungsformats „Rathausdialog“ zur Frage „Ist Wolfenbüttel sicher?“ haben Vertreterinnen und Vertreter von Polizei, Justizvollzug, Stadtverwaltung und Feuerwehr am gestrigen Donnerstag aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Maßnahmen zur Sicherheitslage in der Stadt vorgestellt. Rund 40 Bürger sind der Einladung gefolgt und nutzten nach den Impulsvorträgen auch die Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch, heißt es in einer Mitteilung der Stadt am heutigen Freitag.
Niklas Meyer-Ulex, Leiter des Polizeikommissariats Wolfenbüttel, berichtete von einer insgesamt positiven Entwicklung: Im Jahr 2025 ist die Zahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 10,29 Prozent gesunken – ein im Landesvergleich überdurchschnittlicher Rückgang. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei Delikten im öffentlichen Raum, etwa bei Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Ladendiebstählen.
Delikte verlagern sich

Niklas Meyer-Ulex, Leiter des Polizeikommissariats Wolfenbüttel, berichtete von einer insgesamt positiven Entwicklung. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Gleichzeitig verwies Meyer-Ulex auf veränderte Kriminalitätsformen. Während klassische Straftaten im öffentlichen Raum zurückgehen, verlagern sich Delikte zunehmend in den digitalen und privaten Bereich. Dazu zählen unter anderem Onlinebetrug, sogenannte Schockanrufe oder Cybertrading. Auch bei Sexualdelikten ist insbesondere im digitalen Kontext ein Anstieg festzustellen. Die Polizei reagiert darauf verstärkt mit Präventionsarbeit.
Einblicke in den Strafvollzug

Dr. Tanja Köhler, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel, gab Einblicke in die Arbeit des Strafvollzugs Foto: Stadt Wolfenbüttel
Dr. Tanja Köhler, Leiterin der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel, gab Einblicke in die Arbeit des Strafvollzugs. Die zentral gelegene JVA verfügt über 407 Haftplätze und ist von einer rund 640 Meter langen Mauer umgeben. Neben der sicheren Unterbringung der Gefangenen steht insbesondere deren Resozialisierung im Fokus.
Ein wichtiger Bestandteil sind sogenannte Vollzugslockerungen, die schrittweise mehr Eigenverantwortung ermöglichen – von begleiteten Ausgängen bis hin zu Freigang und in seltenen Fällen auch Urlaub. Diese Maßnahmen dienen der Vorbereitung auf ein straffreies Leben nach der Haft.
Kommunale Zusammenarbeit als Schlüssel

Erster Stadtrat Thorsten Drahn betonte die enge Zusammenarbeit aller sicherheitsrelevanten Akteure Foto: Stadt Wolfenbüttel
Erster Stadtrat Thorsten Drahn betonte die enge Zusammenarbeit aller sicherheitsrelevanten Akteure in Wolfenbüttel. Im regelmäßig tagenden Arbeitskreis „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ stimmen sich Polizei, Feuerwehr, Verwaltung, Jugendhilfe und weitere Institutionen ab, um frühzeitig auf Entwicklungen zu reagieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Als Beispiel nannte Drahn den Umgang mit auffälligen Jugendgruppen in den Jahren 2023 und 2024. Durch abgestimmte Maßnahmen, verstärkte Präsenz und zusätzliche Streetwork-Angebote konnte die Situation in Abstimmung mit dem Polizeikommissariat Wolfenbüttel nachhaltig beruhigt werden.
Breites Aufgabenspektrum des Ordnungsamtes

Marcel Stoschek und Manuela Buschner vom Fachbereich- und Ordnungsamtsleitung. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Aus Sicht des Ordnungsamtes verdeutlichten Marcel Stoschek und Manuela Buschner (Fachbereichs- und Ordnungsamtsleitung) die Vielfalt ihrer Aufgaben – von Verkehrssicherheit über die Kontrolle von Sondernutzungen bis hin zu Müll- und Lärmbeschwerden. Ein besonderer Fokus liegt auch beim Ordnungsamt auf Prävention, Bürgernähe und Präsenz im Stadtbild.
Auch Themen wie Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Stadt bereitet sich unter anderem auf Szenarien wie Starkregen, Stromausfälle oder andere Krisenlagen vor und hat hierfür entsprechende Konzepte und Anlaufstellen entwickelt.
Feuerwehr: Engagement rund um die Uhr

Stadtbrandmeister Olaf Glaeske hob die zentrale Rolle der Freiwilligen Feuerwehr hervor. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Stadtbrandmeister Olaf Glaeske hob die zentrale Rolle der Freiwilligen Feuerwehr hervor. Die Einsatzkräfte leisten ihren Dienst vollständig ehrenamtlich und investieren viel Zeit in Ausbildung, Übungen und Einsätze – oft unter schwierigen Bedingungen.
Mit großem Engagement sorgen sie für Brandschutz und Hilfeleistung in der Stadt und stehen der Bevölkerung jederzeit zur Verfügung. Dabei leisten auch die Familien der Einsatzkräfte einen wichtigen Beitrag, indem sie die Belastungen mittragen.
Gemeinsames Ziel: Sicherheit und Lebensqualität
Die Sicherheit in Wolfenbüttel ist das Ergebnis eines engen Zusammenspiels verschiedener Akteure sowie einer aktiven Stadtgesellschaft. Darin seien sich alle Beteiligten einig gewesen. Neben objektiven Faktoren spiele auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger eine entscheidende Rolle.
Die Stadt setze daher weiterhin auf Präsenz, Prävention, Kooperation und den offenen Dialog mit der Bevölkerung – mit dem Ziel, Wolfenbüttel auch künftig sicher und lebenswert zu gestalten, heißt es abschließend.

