Ungewöhnliche Tat: Diebe stehlen frisch gepflanzten Baum

In Wolfenbüttel haben Unbekannte einen über zwei Meter hohen Baum entwendet. Es ist nicht der einzige ungewöhnliche Vorfall.

Die gestohlene Fichte.
Die gestohlene Fichte. | Foto: Stadt Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. Im Rahmen laufender Pflanzmaßnahmen des Grünflächenamtes der Stadt, bei denen derzeit über 100 Bäume in öffentlichen Grünanlagen durch einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb gesetzt werden, ist es zu einem Diebstahl gekommen. Über diesen und weitere ungewöhnliche Vorfälle berichtet die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.



Am 25. März wurde auf dem Spielplatz „Über dem Dorfe“ im Ortsteil Leinde eine Serbische Fichte mit einer Höhe von etwa 225 bis 250 Zentimetern gepflanzt. Das Solitärgehölz war mit einem Schrägpfahl fest im Boden verankert und verfügte über einen Wurzelballen mit einem Durchmesser von mehr als 60 Zentimetern. Als Mitarbeiter des beauftragten Garten- und Landschaftsbaubetriebs am 7. April die routinemäßige Bewässerung durchführen wollten, stellten sie fest, dass der Baum entwendet worden war. Aufgrund der Größe und des Gewichts des Gehölzes ist davon auszugehen, dass der Abtransport nicht durch eine Einzelperson erfolgt sein kann. Vor Ort konnte eine Spur bis zu einem nördlich gelegenen Teich verfolgt werden, die sich dort jedoch verliert.

Zunehmender Vandalismus


Das Grünflächenamt sehe sich zunehmend mit Vandalismus und Diebstahl in öffentlichen Grünanlagen konfrontiert, wie es in der Mitteilung heißt. Neben wiederkehrenden Beschädigungen würde insbesondere der systematische Diebstahl von Pflanzen große Sorgen bereiten. Immer häufiger würden Frühjahrs- und Sommerbepflanzungen wie Stiefmütterchen und Geranien aus Balkonkästen und Pflanzkübeln entwendet. Auch das Abschneiden von Tulpen- und Narzissenblüten für den privaten Gebrauch nehme zu. Darüber hinaus berichten Mitarbeiter des Amtes von ungewöhnlichen Vorfällen: So werde Sand von Spielplätzen teilweise in großen Mengen – sogar schubkarrenweise – abtransportiert. Ebenso würden regelmäßig Hackschnitzel aus Gehölzflächen verglichen.

Alte Buche angebohrt


Ein besonders besorgniserregender Fund wurde kürzlich auf dem Spielplatz in der Weberstraße gemacht. Im Rahmen einer routinemäßigen Kontrolle entdeckte ein Baumkontrolleur am Stamm einer etwa 80 Jahre alten Buche ein frisches Bohrloch im Bereich des Wurzelhalses. Dabei wurden auch frische Sägespäne festgestellt. Ein natürlicher Schädlingsbefall könne somit ausgeschlossen werden.

Ob in das Bohrloch chemische Substanzen eingebracht wurden, sei derzeit unklar. Der Vorfall stelle den ersten dokumentierten Fall dieser Art dar und werde als mögliche gezielte Beschädigung eines Baumes gewertet. Da es sich hierbei um eine Straftat handelt, wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Das Grünflächenamt appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu sein und verdächtige Beobachtungen zu melden. Öffentliche Grünflächen seien ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität und müssten gemeinsam geschützt werden.

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