Brandserie in Wolfenbüttel - Hier schlug der Feuerteufel zu

Sieben Brandstiftungen innerhalb weniger Wochen. Die Ereignisse und alle wichtigen Informationen von Feuerwehr, Polizei und Stadt fassen wir in diesem Übersichtsartikel zusammen.

Der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen.
Der Dachstuhl stand lichterloh in Flammen. Foto: Feuerwehr Wolfenbüttel.

Wolfenbüttel. Eine unheimliche Serie von Bränden versetzt die Lessingstadt in Angst. Seit dem 21. Juni kam es im Stadtgebiet zu insgesamt sieben Bränden in Mehrfamilienhäusern. In allen Fällen ist laut Polizei von Brandstiftung auszugehen. Standen zunächst ausschließlich Dachstühle in Flammen, kam es nun auch zu Bränden in Keller und Erdgeschoss.


Lesen Sie auch: Waldbrandgefahr steigt auf höchste Stufe


"Das macht uns wirklich Sorge", sagt Polizeisprecher Frank Oppermann. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die jedoch vor einer schwierigen Aufgabe steht und auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen ist. Sie bittet verdächtige Beobachtungen oder gar unbekannte Personen in Treppenhäusern, umgehend der Polizei unter der Telefonnummer 05331 / 933-0 oder auch über den Notruf 110 zu melden. Auch Fotoaufnahmen von verdächtigen Personen, die dann der Polizei zur Verfügung gestellt werden, seien zulässig. "Menschenleben sind dem Täter scheißegal", meint der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes Andreas Twardowski. Die Polizei verteilt daraufhin Informationszettel an die Anwohner der Innenstadt.

Ergreifung des Feuerteufels wird belohnt


Die Stadt Wolfenbüttel hat sogar eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt, für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen. Unterdessen gibt die Feuerwehr wichtige Tipps, um sich möglichst vor dem Feuerteufel zu schützen. Diese finden Sie in unserem Artikel "Feuerteufel in Wolfenbüttel - Diese Tipps sollte man jetzt beachten".

Dachstuhlbrände in Wolfenbüttel


Hier zeigen wir eine Übersicht, wann und wo es einen Brand in Wolfenbüttel gab, der der aktuellen Serie zuzuordnen ist.




Der erste Brand ereignete sich am Dienstag, dem 21. Juni. Um 5.30 Uhr wurde die Feuerwehr Wolfenbüttel zu einem Dachstuhlbrand in die Straße Am Brückenbach alarmiert. Die Bewohner des Hauses konnten sich retten, doch einige ihrer Wohnungen wurden schwer beschädigt. Nach vorläufigem Gutachten handelt es sich um Brandstiftung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Nur zwei Tage später, am Donnerstag, dem 23. Juni, ereignete sich kurz nach 23 Uhr der nächste Dachstuhlbrand. Wieder war es in der Straße Am Brückenbach, wieder ein Mehrfamilienhaus. Etwa 130 Kräfte kämpften über mehrere Stunden gegen die Flammen. Verletzt wurde auch hier glücklicherweise niemand, doch das Haus wurde unbewohnbar. Die Polizei geht nach vorläufigem Gutachten auch in diesem Fall von einer Brandstiftung aus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Am Sonntag, dem 10. Juli, gegen 4:20 Uhr kam es dann zum dritten Dachstuhlbrand. Dieses Mal traf es ein Mehrparteienhaus in der Dr.-Heinrich-Jasper-Straße. Etwa 15 Bewohner waren von dem Brand direkt betroffen. Alle konnten rechtzeitig das Haus verlassen, ein 39-Jähriger kam jedoch mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Bewohnbar ist das Haus nicht mehr. Ob es auch hier Brandstiftung war, wird noch ermittelt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Von der Drehleiter aus löscht die Feuerwehr die immer wieder auflodernden Flammen in der Töpferstraße. Der Dachstuhl des Hauses ist komplett niedergebrannt.
Von der Drehleiter aus löscht die Feuerwehr die immer wieder auflodernden Flammen in der Töpferstraße. Der Dachstuhl des Hauses ist komplett niedergebrannt. Foto: Werner Heise


Am Freitag, 15. Juli, kommt es, zum vierten Feuer dieser Art. Gegen 20.30 Uhr geriet auch hier aus bislang noch ungeklärter Ursache der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Brand. Und auch hier war es in der Dr.-Heinrich-Jasper-Straße. Eine schwarze Rauchsäule stieg meterhoch in den Himmel und zog über und durch die Wolfenbütteler Altstadt. Personen, die sich im Haus aufhielten, konnten das Haus rechtzeitig verlassen, verletzt wurde niemand. Trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr brannte der Dachstuhl komplett nieder, Teile des Hauses sind einsturzgefährdet. Die Ursache muss ein Gutachter erst noch ermitteln. Mehr dazu lesen Sie hier.

Am Montag, 18. Juli, setzte sich die Serie von Dachstuhlbränden mit dem bis jetzt letztem Feuer dieser Art fort. Das Feuer brach am helllichten Tage gegen 16:45 Uhr in einem Mehrfamilienhaus in der Töpferstraße aus. Ein Übergreifen auf das direkt angrenzende Nachbarhaus konnte von der Feuerwehr verhindert werden. Aufgrund der Enge am Einsatzort war es nicht möglich eine zweite Drehleiter aufzustellen. Mindestens ein Feuerwehrmann musste aufgrund der Rauchentwicklung vor Ort behandelt werden, zu schwereren Verletzungen ist es laut Polizei auch bei diesem Brand glücklicherweise nicht gekommen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Am Dienstag, 26. Juli, kam es zu einer Veränderung in der Brandserie. Statt eines Dachstuhls brach gegen 13.15 Uhr ein Feuer in einem Keller im Kleinen Zimmerhof 7 aus. Ein Mann musste von der Feuerwehr durch das verrauchte Treppenhaus gerettet werden. Er erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Außerdem holten die Einsatzkräfte zwei Katzen aus dem Haus. Mehr dazu lesen hier.

Eine Woche später, am Dienstag, 2. August, rückte die Feuerwehr um kurz nach Mitternacht zu einem Entstehungsbrand in der Langen Herzogstraße aus. Hier brannte es im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses. Die Bewohner entdeckten das Feuer durch Zufall und löschten die Flammen mit einem Pulverlöscher ab. Nach Einschätzung der Polizei wäre es hier, wenn das Feuer nicht rechtzeitig entdeckt worden wäre, zu einem katastrophalen Brand gekommen, bei dem Menschen Schaden genommen hätten. Mehr dazu lesen Sie hier.


zum Newsfeed

Themen zu diesem Artikel

Tiere