Unfälle 2025: Diese Autobahn in der Region sticht besonders hervor

Die Polizei Braunschweig hat die Unfallstatistik für die Autobahnen in ihrem Einzugsgebiet veröffentlicht. Das sind die häufigsten Unfallursachen.

Die A391 gehört zu den unfallbelasteten Autobahnen.
Die A391 gehört zu den unfallbelasteten Autobahnen. | Foto: Werner Heise

Braunschweig. Weniger Schwer-, dafür mehr Leichtverletzte: So liest sich die Unfallstatistik der Braunschweiger Autobahnpolizei für 2025. Demnach habe der Verkehr in der Region während des Pandemiejahres 2020 stark abgenommen. Entsprechend gab es auch weniger Unfälle auf den Autobahnen. Danach sei das Verkehrsaufkommen ab 2021 wieder gestiegen – und auch die Zahl der Schwerverletzten, die aber das Vorpandemieniveau nicht erreicht habe.



Vielmehr habe es eine Verschiebung hin zu Leichtverletzten gegeben, teilt die Polizeiinspektion Braunschweig mit. Die ständige Verbesserung der Fahrzeugsicherheit könne demnach als Grund angenommen werden, der dazu führte, dass die Verletzungen weniger schwer ausfielen. Dieser Trend setzte sich auch 2025 auf dem rund 188 Kilometer langen Steckennetz, für das die Polizeiinspektion Braunschweig zuständig ist, fort. Dieses Gebiet umfasst die Autobahnen A2 (von der Anschlussstelle Hämelerwald im Westen bis zur Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt), A39 (von der Anschlussstelle Salzgitter-Lichtenberg bis nach Wolfsburg), A391 (als sogenannte Tangente im Westen Braunschweigs vom Autobahndreieck Braunschweig-Südwest bis zur B4 in Richtung Norden), A392 (in Braunschweig von der Hamburger Straße in Richtung Braunschweig-Watenbüttel im Westen). A36 (vom Autobahndreick Braunschweig-Süd an der BAB 39 bis zum Autobahndreieck Nordharz).

Baustellen könnten zum Problem werden


Die Zahl der Verkehrstoten sei auf diesen Autobahnen erneut niedrig. Dennoch verunglückten auf der A36 der Führer eines Leichtkraftrades und auf der A2 der Führer eines LKW tödlich. Zudem gab es ähnlich wie 2024 auch 2025 auf den Autobahnen mit hohem Verkehrsaufkommen im Zuständigkeitsgebiet der Autobahnpolizei Braunschweig keine großen Dauerbaustellen, die regelmäßig die Gefahr schwerer Unfälle erhöhen. Für die anstehenden Baumaßnahmen aufgrund des Infrastruktursondervermögens wird es daher weiterhin sehr sorgfältige Planungen bei der Autobahn GmbH des Bundes geben, bei der die Autobahnpolizei regelmäßig beratend unterstützt.

Das sind die Hauptursachen für Unfälle auf den Autobahnen:


Eine Betrachtung der Hauptunfallursachen in 2025 zeigt, dass neben intakter Infrastruktur vor allem Konzentration beim Führen von Kraftfahrzeugen entscheidend zur Unfallvermeidung beitragen kann.

Mit 24,1 Prozent wurden Verkehrsunfälle durch Fehler beim Fahrstreifenwechsel verursacht. Dabei werden fehlerhaftes Wechseln des Fahrstreifens, Überholen ohne Beachtung des nachfolgenden Verkehrs, die Nichtbeachtung der Vorfahrt des durchgehenden Verkehrs
und Fehler beim Wiedereinordnen nach rechts verstanden. All diese Fahrmanöver haben gemeinsam, dass sie besondere Konzentration der Fahrzeugführenden erfordern.

Auch die Einhaltung des erforderlichen Sicherheitsabstands zu vorausfahrenden Fahrzeugen bedarf der permanenten Aufmerksamkeit. Mit 16,1 Prozent war "Abstand" die zweithäufigste Unfallursache. Wenn er nicht bewusst unterschritten wird, liegt es häufig daran, dass der Abstand bei hohem Verkehrsaufkommen und langen Fahrstrecken durch Gedankenlosigkeit nicht regelmäßig überprüft oder beim Einscheren nicht angepasst wird, erklärt die Polizei.

Ablenkung führt zu vielen Unfällen


Sonstige Fälle, in denen der Fokus der Fahrzeugführenden mutmaßlich nicht ausschließlich auf das Verkehrsgeschehen gerichtet war und es zu einem Unfall kam, werden unter "Ablenkung" als Ursache erfasst. Hierunter sind sowohl explizit vorschriftswidrige Nutzung von elektronischen Geräten zu verstehen als auch jede erdenkliche andere Ablenkung vom Straßengeschehen, wie beispielsweise gedankliches Abschweifen, emotionale Erregung, Rauchen, Lebensmittelaufnahme, Gespräche über Freisprecheinrichtung oder mit Mitfahrern sowie heruntergefallene Gegenstände. Gemeinsam haben diese Fälle, die zu 15,6 Prozent unfallursächlich waren, dass es dadurch an Konzentration auf den Straßenverkehr mangelt. Assistenzsysteme konnten dies nur bedingt ausgleichen.

Die A391 ist überproportional unfallbelastet


Das Erfordernis an Konzentration im Hinblick auf Abstand und Fahrstreifenwechsel wurde auch 2025 wieder besonders auf der A 391 deutlich. Gemessen an ihren Fahrstreifen war sie im Autobahnnetz der Region überproportional unfallbelastet. Gründe könnten die für eine Stadtautobahn typische kurze Abfolge an Anschlussstellen und die Verkehrsbelastung sein, die mehr Fahrstreifenwechsel und eine ständige Anpassung des Sicherheitsabstandes erfordern.

Mit 12,4 Prozent war 2025 erneut die nicht angepasste Geschwindigkeit vierthäufigste Unfallursache. Auch hier wird unterschieden zwischen der nachweislichen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und der im konkreten Fall nicht den jeweiligen Straßen-, Sicht- und Witterungsverhältnissen angepassten Geschwindigkeit.

Mangelnde Aufmerksamkeit und Konzentration sowie nicht angepasste Geschwindigkeit können im Rahmen von der Verkehrsüberwachung nur sehr eingeschränkt kontrolliert werden. Da sei vor allem Aufklärung erforderlich. Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, Unterschreitungen des erforderlichen Sicherheitsabstands und der vorschriftswidrigen Nutzung von elektronischen Geräten begegnete das Autobahnpolizeikommissariat Braunschweig 2025 hingegen erneut mit einer großen Anzahl an gezielten Kontrollen.

Sven Jürgensen, Leiter des Autobahnpolizeikommissariats Braunschweig, appelliert an die Verkehrsteilnehmer: „Bundesautobahnen sind weiterhin sehr sicher. Dennoch können Risiken weiter minimiert werden, indem man mit seinen Gedanken auch auf bekannten Strecken und bei Langeweile beim Autofahren bleibt.“